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Kumpel, Guru & Antreiber - Die Rolle des Trainers im Profitennis

dc7043f571Die Rolle des Trainers im Tischtennis ist jedem gut bekannt: Als Mitarbeiter eines Vereins oder Verbandes arbeitet er für diesen mit mehreren Spielern zusammen. Jeder Spieler hat so mehrere Coaches, die ihn bei verschiedenen Trainings und/oder Wettkämpfen betreuen. Im Profitennis ist es längst anders: Jeder Spieler sucht sich seinen eigenen Coach.


Während der Mannschaftswettbewerb und die Nationalmannschaft im Tischtennis noch immer eine ganz wesentliche Rolle spielen, ist im Tennis längst der Individualist gefragt, der für sich und seine Erfolge alleine verantwortlich ist. Einsätze für Mannschaften - egal ob Vereins- oder Nationalmannschaften - sind eher die Ausnahme und finden auch weit weniger Beachtung als die Starts und Erfolge bei großen Turnieren. So organisieren die Topstars, die auch in Sachen Gehalt sich in anderen Ligen als "unsere" Tischtennisprofis bewegen, ein eigenes Team, um erfolgreich zu sein. Die zentrale Position in diesem Team ist der Trainer. Daneben gibt es häufig Fitnesscoaches, Physiotherapeuten, Schlägerbespanner und vieles mehr.

Die Rolle des Trainers beschreibt Bob Brett, ehemals Coach von Boris Becker, dabei als "Manager eines Projektes". Das eigentliche Coaching an der Bande (siehe Foto) hat im Tennis praktisch keine Bedeutung, da es verboten ist. Der Spieler spielt also alleine. "Er (Anm.: der Spieler) ist derjenige, der gewinnt. Der Coach ist verantwortlich, wenn der Spieler verliert.", "Trainer sollten sich nicht zu sichtig nehmen" und "Die wahren Champions finden die besten Coaches." sind fast schon provozierende Aussagen des Australiers zur Trainerrolle im Tennis.

Ob die Situation im Tennis eine Vorbildfunktion für Tischtennis haben kann? Zunächst ist die Situation im Tennis eng verknüpft mit den Preisgeldern (und weiteren Einnahmen), die im Tennis erzielt werden können. Hier ist Tischtennis noch mindestens einen Schritt zurück. Zum zweiten basiert die Trainerrolle im Tennis auch auf der Turnierlandschaft und dem Wert von Einsätzen für Mannschaften. Während der Olympia und Davis-Cup im Tennis jeweils ein kleiner Nebenschauplatz ist, sind die Weltmeisterschaften und Olympischen Spiele für die Tischtennisspieler die Saisonhöhepunkte. So sind die Situationen grundverschieden aber in beiden Sportarten dürfte das gute Team um den Spieler letztlich wichtig für den Erfolg sein. Und: In beiden Sportarten gilt was Bob Brett als Merkmal eines guten Coaches nennt: "Sie haben nicht nur einen Erfolg."

Quelle: tennis magazin, Ausgabe Mai 2009


 

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