VDTT: Hallo Gert, Du bist jetzt seit 2000 Vorsitzender des VDTT. Das sind inzwischen über acht Jahre. Was hat sich in dieser Zeit verändert?
Gert Zender: Die Zeiten von 2000 und früher sind mit der heutigen Zeit kaum noch vergleichbar, obwohl es erst 9 Jahre her ist. Während sich früher mit der Herausgabe des Trainerbriefs und der Durchführung des alljährlich stattfindenden Symposiums in Grenzau die Kommunikationsmöglichkeiten innerhalb des Verbandes erschöpften, hat man heute zusätzlich die Möglichkeit des Internets, um an unsere Mitglieder, aber auch an Interessenten heranzukommen. Damit war auch die Einrichtung eines Online-Shops zwangsläufig gegeben, in dem Trainingshilfsmittel erworben werden können. Ein weiterer Fortschritt mit Einzug des Internets war die datenmäßige Bereitstellung aller Fachaufsätze, die in den beiden Zeitschriften Trainerbrief oder Tischtennislehre jemals erschienen sind. Aus finanzieller Hinsicht lässt sich sagen, dass mit ständig wachsenden Aufgaben der Etat von ca. 150.000 DM auf ca. 140.000 € gestiegen ist. Wenn man so will hat sich der Etat fast verdoppelt. Mittlerweile sind wir ein kleines Unternehmen geworden.
VDTT: Da hat sich ja einiges getan. Gibt es überhaupt noch Ziele?
Gert Zender: Neue Ziele gibt es immer. Ständige Aufgabe ist es die Qualität unserer Arbeit zu verbessern. Zur Zeit bereiten wir das neue Erscheinungsbild des Trainerbriefes für das Jubiläumsjahr 2010 vor. Da werden wir 25 Jahre alt. Die Veränderung des Erscheinungsbildes der Tischtennislehre haben wir bereits, so wie ich meine, erfolgreich bestanden. Wichtig wäre aber auch zu wissen, was die Mitglieder vom Präsidium bzw. vom VDTT erwarten. Ziel ist es aber auch im Online-Shop kreativ zu sein, um unseren Mitgliedern zu helfen ihr Training noch besser gestalten zu können. Zu guter letzt wäre ein versteckter Traum, wenn jedes Mitglied ein Mitglied werben würde. Dann wären wir doppelt so stark. Ein weiteres Ziel ist es mitzuwirken, wenn es um die Situation der Trainerinnen und Trainer geht. Dabei ist die finanzielle Situation der Trainer Sache der Vereine und ihrer Angestellten. Mir geht es mehr darum, dass die Politik für die Vereine und deren angestellte Trainerinnen und Trainer bessere Voraussetzungen schafft, sei es in den Fragen des Steuerrechts oder des Versicherungsrechts. Außerdem würde ich mich freuen, wenn es gelingen würde, dass Trainerinnen und Trainer in der Öffentlichkeit mehr an Stellenwert gewinnen würden. Dies gilt nicht nur im professionellen Bereich, sondern auch an der Basis. Noch zählt der Fußballtrainer neben dem Bürgermeister und dem Pfarrer in einem Dorf mehr als der Tischtennistrainer. Ausnahmen gibt es sicher auch in unserem Sport.
VDTT: Wie läuft denn die Zusammenarbeit mit dem DTTB und den Landesverbänden?
Gert Zender: Nach meiner Einschätzung läuft die Zusammenarbeit mit dem DTTB und den Landesverbänden gut und überaus kollegial. Ich hoffe, dass die Verbände dies ebenfalls so sehen. Die „Claims" sind aber auch über die Jahre abgesteckt, so dass es kaum zu Konfliktfällen kommen kann. Ich halte es für wichtig, dass die Institutionen, die Tischtennis weiter vorantreiben wollen, ihre Kraft in die Gemeinsamkeit und nicht in vermeintliche Konfliktzonen einbringen. Das heißt jedoch nicht, dass an der einen oder anderen Stelle unterschiedliche Auffassungen erörtert werden müssen. Die gute Zusammenarbeit lässt sich auch darauf zurück führen, dass etliche Bundestrainer und Landestrainer und Lehrbeauftragte zu unseren Mitgliedern zählen. Gerne würde ich auch eine Kooperation mit dem Behindertensportverband eingehen. Erste Kontakte sind dank Deiner Initiative und Deiner neuen Funktion als Cheftrainer des Behindertensportverbandes schon hergestellt.
VDTT: Zuletzt hat die ETTU auch einige Artikel des VDTT übersetzt und in Englisch veröffentlicht. Gibt es hier auch eine Zusammenarbeit?
Gert Zender: Hier würde ich mir noch eine Verbesserung wünschen. Es ist schon ein Erfolg, dass die ETTU auf uns aufmerksam wurde. Dies zeugt von guter Qualität der Arbeit unseres Redaktionsteams und unserer Autoren. Gerne würde ich einen internationalen Workshop organisieren. Aufgrund der Terminkalender ist dies aber gar nicht so einfach.
VDTT: Gibt es möglicherweise auch Ideen, zukünftig international als Verband aktiv zu sein?
Gert Zender: Nach unserer Satzung können auch ausländische Trainerinnen und Trainer, sowie Trainer die im Ausland leben, Mitglied in unserem Verband werden. Die weiteste Reise unserer Verbandspost tritt der Trainerbrief nach Neuseeland an. Aber auch Ungarn, Kroatien, Wales, England und unsere benachbarten Länder, wie Schweiz, Österreich und die Benelux- Staaten „beheimaten" Mitglieder unseres Verbandes. Insgesamt haben wir ca. 80 Mitglieder im Ausland. Der österreichische Tischtennisverband bezieht beispielsweise die Tischtennislehre. Leider ist die Kooperation mit dem niederländischen Tischtennistrainer Verband eingeschlafen. Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob es überhaupt vergleichbare Institutionen im europäischen Ausland gibt.
VDTT: Wie ist denn die Aufgabenverteilung im Präsidium?
Gert Zender: Vizepräsident Frank Fürste ist der „geistige" Kopf unseres Verbandes. Er ist für alle inhaltlichen Fragen zuständig, sei es in der Konzeption des Symposiums oder als Chef der Gesamtredaktion und damit Bindeglied zwischen den beiden Redaktionen Tischtennislehre und Trainerbrief und dem Präsidium. Aber auch die Konzeption von Produkten, wie Lehrposter, DVDs und anderer Trainingshilfsmittel gehen über seinen Tisch. Hans Jürgen Oploh ist der Chef der Kasse. Unter seiner Regie ist es gelungen eine solide Haushaltsführung aufzubauen. Da er aber auch die Mitgliederverwaltung inne hat, kommt er oft in Kontakt mit unseren Mitgliedern, um deren Sorgen und Nöte zu hören. Martin Ostermann ist als Beisitzer zuständig für die Belange der Professionals. Seit Mitte des vergangenen Jahres ist er Nationaltrainer in Luxemburg und somit an allen internationalen Veranstaltungen vertreten. Er übt eine wichtige Funktion im Zusammenhang mit ausländischen Trainerinnen und Trainer aus. Thomas Reum ist als Beisitzer zuständig für das Vereins- Trainer- Projekt. Wie bekannt ist, unterstützen wir Vereine, die Stellen für hauptamtliche Trainerinnen und Trainern schaffen wollen. Meine Aufgabe liegt u.a. darin die sogenannten „sportpolitischen Felder" abzudecken. Ebenfalls bin ich für die rechtlichen Belange des Verbandes zuständig.
VDTT: Danke Gert für diesen interessanten Einblick hinter die Kulissen.
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