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Aktuelles VDTT im Jubiläumsjahr - ein Interview mit dem Vorsitzenden Gert Zender

VDTT im Jubiläumsjahr - ein Interview mit dem Vorsitzenden Gert Zender

Der VDTT feiert in diesem Jahr sein Jubiläum. Ein Grund für einen Rück- und Ausblick. Wir führten ein Interview mit Gert Zender, dem Vorsitzenden des VDTT.

VDTT: Hallo Gert, der VDTT feiert 2010 Jubiläum. Wie fällt das Fazit der ersten 25 Jahre aus?

Gert Zender: Ich ziehe für die ersten 25 Jahre ein positives Fazit. Die Entwicklung der Mitgliederzahlen ist ein eindeutiger Indikator. Der VDTT wächst jährlich im Durchschnitt um ca. 50 Mitglieder. Nun ist allerdings nicht die Anzahl der Mitglieder automatisch ein Indiz für gute Arbeit. Offensichtlich überzeugt der VDTT aber die Trainerinnen und Trainer durch seine Publikationen und Produkte. Wenn Mitglieder austreten, dann sind es meistens Gründe, die in der Beendigung der Trainertätigkeit liegen.

VDTT: Was sind denn die Gründe für den Erfolg des VDTT?

Gert Zender: In erster Linie muss man die Arbeit des VDTT- Teams sehen. So leistet unser Autorenteam um die beiden Redakteure Matthias Geisler und Achim Krämer  hervorragende Arbeit. Die beiden Trainerzeitschriften Tischtennislehre und Trainerbrief sind trotz des Internet- Zeitalters ein beliebtes Medium um Wissen zu vermitteln.

In den "Gründerzeiten" wurde oftmals bemängelt, dass es zu wenig Fachliteratur gibt. Davon kann heute keine Rede mehr sein. Der VDTT liefert sowohl für den wissenschaftlich Interessierten, als auch für die praxisorientierten Leserinnen und Lesern genügend Material. Der Erfolg liegt auch darin, dass die Autoren oftmals Ihre eigenen Erfahrungen aus der Trainingspraxis weitergeben. Auch sehe ich im Symposium, welches ebenfalls schon 25 Jahre besteht, ein Mosaikstein des Erfolges. Nur hier hat der Nachwuchstrainer die Chance unmittelbar einen Toptrainer kennenzulernen und von dessen Erfolgsarbeit zu lernen. Dass das keine Einbahnstraße ist, sieht man daran, dass nach Aussage des Erfolgstrainers Richard Prause, der im vergangenen Jahr Hauptreferent war, auch der Profi von den Trainerinnen und Trainern lernen kann. Ein weiterer Grund ist, dass sowohl die ehrenamtlichen Präsidiumsmitglieder als auch die Mitarbeiter von der Sache überzeugt sind. Augenscheinlich springt der Funke auf die Mitglieder oder die, die es werden wollen, über. Wichtig ist dabei die Arbeit in der Mitgliederpflege. Hier leistet unser Schatzmeister Hans Jürgen Oploh und unsere Geschäftsstellenleiterin Anja Becker hinter den Kulissen wahre Arbeit.

VDTT: Gibt es im Jubiläumsjahr auch noch Visionen?

Gert Zender: Es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre. Sicher wollen wir durch zusätzliche Leistungsangebote unseren Mitgliedern mehr bieten. Weiterer Schwerpunkt ist, dass wir mehr für die hauptamtlichen Trainerinnen und Trainer tun. Hier tun wir uns sehr schwer. Dabei denken wir sowohl an die, die bereits hauptamtlich ihren Trainerjob wahrnehmen, aber auch an die , die den Schritt in die Professionalität gehen wollen.

VDTT: Der VDTT ist ja auch eingebunden in die Einrichtung von hauptamtlichen Vereinstrainern. Wie ist der Stand dieses Projekts?

Gert Zender: Leider hat sich dieses Projekt noch nicht so entwickelt, wie wir es uns vorgestellt haben. Die Grundidee ist die, dass mehrere Vereine sich einen hauptamtlichen Trainer "teilen". Gute Beispiele gibt es bereits. Uns ist es aber noch nicht gelungen, selbst ein Projekt auf die Beine zu stellen. Die Probleme dabei sind vielschichtig. Der Bedarf ist sicher da. Zum einen liegt es aber daran, dass wir als Verband eher zentral agieren und uns nicht in der Fläche befinden. Hier müssten wir breiter aufgestellt sein. Zum anderen benötigt man, am besten in einem zeitlichen Zusammenhang, in der gleichen Region "arbeitslose" Trainer und Vereine, die sich zu einem solchen Projekt zusammenschließen wollen. Dennoch wollen wir die Grundidee nicht aus dem Auge verlieren, denn mit diesen Projekten besteht die Möglichkeit Trainerinnen und Trainerin in den "Arbeitsmarkt" zu bekommen.

VDTT: Das Symposium ist ja längst fester Bestandteil der Trainerfortbildungslandschaft.

Gert Zender: Das Symposium ist meiner Meinung nach ein Erfolgshit. Hier gelingt es unserem Vizepräsident Frank Fürste, der seit nunmehr 15 Jahren sich für das Symposium verantwortlich zeichnet, Jahr für Jahr den richtigen Riecher zu haben. Hier muss nicht nur das Thema den Tischtennis- Nerv getroffen haben, sondern mit der Auswahl des Referenten eine glückliche Hand bewiesen werden.

VDTT: Wird es in 2010 ein besonderes Schmankerl geben?

Gert Zender: Für das Jubiläumsjahr ist es uns gelungen den Damen- Bundestrainer Jörg Bitzigeio und die Nationalspielerin Wu Jiaduo zu gewinnen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Präsentation von Übungsteilen oder Schlagtechniken durch Spitzenspieler den Teilnehmern eine optimale Anschauung bietet. Im übrigen ist es auch interessant von den Spielern selbst zu erfahren, wie sie ihre Entwicklung vom Nachwuchsspieler bis zum Hochleistungssportler selbst einschätzen. Aus diesem Grund sind wir froh, dass wir das Duo Bitzigeio / Wu Jiaduo für das 25. Symposium engagieren konnten. Wu Jiaduo ist immerhin amtierende Europameisterin.

VDTT: Deutsche Trainer sind im Ausland hoch angesehen, viele arbeiten im Ausland (Fetzner in Dubai, Adomeit in Belgien, Ostermann in Luxemburg, Prause und Wagner zukünftig in Österreich, Feth in den USA). Ist der deutsche Trainer auch in Deutschland etwas wert?

Gert Zender: Ich glaube die Rolle der Trainerinnen und Trainer in der Öffentlichkeit ist deutlich zu verbessern. Zunächst bin ich allerdings der Meinung, dass Trainer wie Richard Prause, Dirk Wagner oder Martin Ostermann sich bereits einen Namen in Deutschland und über die Grenzen hinaus gemacht haben, ansonsten wäre man im Ausland nicht auf sie aufmerksam geworden. Unzufrieden bin ich aber nach wie vor, dass der deutsche Tischtennis- Trainer in den Medien nicht den Stellenwert genießt, wie er es verdient hätte. Erfolge in anderen medienträchtigen Sportarten werden immer mit den Trainer verbunden. Trainer wie Heiner Brand, Uwe Müssiggang, Jochen Behle können in der Öffentlichkeit ohne längeres Nachdenken den Sportarten zugeordnet werden. Vielleicht liegt es daran, dass Tischtennis in den Medien nicht den Stellenwert einnimmt. Umso mehr muss die Fach- und Regionalpresse diese Aufgabe übernehmen. Den professionellen Trainer in der Öffentlichkeit darzustellen ist daher einwichtiges Thema für uns.

VDTT: Gert, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg bei der Arbeit für, mit und im Verband.

 

Symposium 2012

06.-08.07.2012

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49 Tage

23 Std. : 3 Min. : 41 Sek.

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