1. In einem Mannschaftsspiel nimmt der Coach Time-Out. Der Spieler lehnt das Time-Out ab. Hat der Spieler danach ein weiteres Time-Out?
Nein, der Spieler hat kein Time-Out mehr, da die letzte Entscheidung über das Time-Out im Mannschaftsspiel nicht beim Spieler selbst liegt. In einem Individualwettbewerb ist die Sachlage anders. (Intern. TT-Regeln 4.4.2.2)
2. Während eines Turniers ist der Coach im Stress. Viele Spiele sind gleichzeitig zu betreuen. Er eilt von Tisch zu Tisch. Darf er das?
Genaugenommen muß der Coach des Spielers vor Spielbeginn anwesend sein. Der Schiedsrichter sollte die Spieler nach dem Coach fragen. Ist bei dieser Gelegenheit kein Coach anwesend, darf auch danach kein Coach mehr dazukommen. In vielen Fällen wird bei Turnieren jedoch geduldet, wenn der Coach "springt". (Intern. TT-Regeln 5.1.2)
3. Der Schläger des Spielers geht kaputt. Der Coach klebt schnell einen neuen in der Halle. Ist das zulässig und wenn nein, wie sind die Konsequenzen?
Der Spieler muß mit einem vorhandenen, fertigen Schläger (z.B. eines Mannschaftskollegen) unverzüglich weiterspielen. Ist kein anderer Schläger verfügbar, hat der Spieler das Spiel verloren.
Kleben in der Halle führt zur Disqualifikation. Klebt ein Betreuer in der Halle (statt im Kleberaum), kann auch dieser mit einer roten Karte bestraft werden. (Intern. TT-Regeln 2.4.3 und 4.2.2)
4. Es wird mit weißen Bällen gespielt. Der Coach sitzt mit blütenweißem Trikot hinter der Bande. Der Gegner fühlt sich gestört. Wie ist zu verfahren?
Es liegt im Ermessen des Schiedsrichters bzw. Oberschiedsrichters zu beurteilen, ob das Spiel gestört wird. Da der Hintergrund dunkel sein sollte, muß der Betreuer ggf. die Bekleidung wechseln. (Intern. TT-Regeln 2.3.7)
5. Bei einem Turnier spielen zwei Spieler (verschiedener Verbände) zusammen Doppel. Jeder hat seinen eigenen Coach und geht zu diesem in der Satzpause. Im vierten Satz ruft der Coach von Spieler A "Time-Out", Coach von Spieler B sagt aber "weiterspielen". Wie ist zu verfahren?
Die beiden Trainer sind als Einheit zu behandeln. Es gilt also das gferufene Time-Out, das die Spieler jedoch ablehnen können. (Intern. TT-Regeln 4.4.2.2 und 5.1.2)
6. Bei einem Turnier ist ein anderer Spieler als Schiedsrichter am Tisch eingesetzt. Er zählt einen Punkt für Spieler A, da er den Ball an der Kante gesehen hat. Coach von Spieler B und zahlreiche Zuschauer sind aber der Meinung der Punkt gehört B. Was muß der Schiedsrichter am Tisch tun?
Der Schiedsrichter am Tisch entscheidet nach dem was er gesehen hat. Die Meinung von Trainern, Spielern und Zuschauern ist grundsätzlich nicht relevant. (Intern. TT-Regeln 3.3.1) Sind sich beide Spieler eindeutig einig, ist es jedoch sinnvoll deren Meinung zu folgen (dies stellt die persönliche Meinung des Autors da ;-) ).
7. Nach dem Einspielen will Spieler A zu seinem Coach gehen, doch Spieler B sagt, das ist nicht zulässig. Wer hat Recht?
Coaching ist nur vor dem Einspielen zulässig. Danach nicht mehr. Spieler B hat Recht. (Intern. TT-Regeln 5.1.3)
8. Bei einem Turnier wird ein Spieler zum dritten (und letzten) Mal aufgerufen. Der Coach des Spielers erscheint am Tisch und sagt, daß der Spieler gerade seine Eltern verabschiedet und voraussichtlich in fünf Minuten da ist. Wie verhält sich der Schiedsrichter bzw. Gegner am Tisch?
Dies ist abhängig von den Durchführungsbestimmungen des zuständigen Verbandes. "In der Regel" gilt hier: zwei Minuten nach dem letzten Aufruf muß der Spieler spielbereit sein (sofern Spiele aufgerufen werden und nicht nach Zeitplan gespielt wird). Ist das nicht der Fall verliert der Spieler das Spiel kampflos. Die blose Anwesenheit eines Betreuers genügt nicht.
Joe_Sarah



Coaching - wussten Sie schon? - mit Auflösung
